TagesGedanken | 07.09.18 | Abschiedsbrief

Eigentlich wollte ich heute gar nichts mehr schreiben, aber ich merke mit jedem Anschlag, wie es mir hilft. Und da ich mir ja nicht nur einiges von der Seele schreiben will, sondern mir auch persönliche Erfolge vor Augen führen möchte, kann ich gar nicht anders, als zumindest noch ein paar Zeilen zu schreiben.

Ich kann behaupten ich bin ein gutes Stück weiter. Ein Schritt vor dem ich mich schon Jahre scheute ist getan. Es gibt kein zurück mehr, jetzt ist alles raus. Der (Abschieds-) Brief ist im Postkasten und wird wohl Montag oder spätestens am Dienstag beim Empfänger sein. Dann hat das Schauspiel ein Ende und das Wort Familie bekommt eine neue Bedeutung. Ein Neustart. Für mich, für MEINE Familie. Seit Jahren reifte die Idee, seit Monaten schrieb ich am Brief. Version um Version, immer nach den richtigen Worten ringend. Nach anfänglicher Wut die in jedem Wort zu spüren war, verhalfen die verschiedenen Versionen mir dabei, einen Abschluss zu finden. Der Brief, den ich nun schlussendlich abgeschickt habe, ist ehrlich, authentisch und ich habe darin gesagt, was mir lange auf der Seele brannte, das was längst raus musste. Jedoch ohne dabei unnötig neue Wut zu schüren. Mein Ziel war es einen Abschluss zu finden, ich denke das ist mir gut gelungen. Gelesen habe ich die letzte Version nur noch einmal nach dem ich sie abgetippt hatte. Der frankierte Umschlag lag jedoch noch ganze zwei Wochen hier und starrte mich an. Es hat mir sehr geholfen, dass ich mir einen Deadline bis Freitag gesetzt hatte. Man kann auch um 22 Uhr noch zum nächsten Postkasten laufen.

Und wisst ihr was das schönste war? Ich habe danach gespürt, dass ich auf dem richtigen Weg bin, als hätte mir das Universum im Anschluss auf die Schulter geklopft und mir ein lautes „und jetzt nochmal auf Anfang“ zugerufen. Nach dem ich den Brief endlich im Postkasten hatte, beschloss ich noch eine Zigarette am nahe gelegenen Dorf-Fluss zu rauchen. Als ich mich im dunklen auf die Holzbank am Ufer setzten wollte, viel mir ein dunkler Kreis auf. Als ich mit dem Handy drauf leuchtete, sah ich, dass da ein Herz aus Kastanien lag. Keine Ahnung wer hier vorher auf der Bank gesessen hatte, aber Danke dafür 🙂 Schon als Kind hab ich Kastanien geliebt, sie gesammelt und gehütet, bemalt und damit gespielt. Kastanien haben einfach eine wahnsinnige Anziehungskraft auf mich, fragt mich nicht warum 😉 (mit Tannenzapfen ist es übrigens fast genauso, coole Teile diese Zapfen…).

Nach dem ich diesen hübschen Kastanien in den letzten 20 Jahren aber kaum noch Aufmerksamkeit geschenkt hatte, haben sie mich heute an meine Kindheit erinnert. An die schönen Momente beim Kastanien sammeln und dem anschließenden Basteln mit Mama. Für mich ein Zeichen, dass ich auf dem richtigen Weg bin wieder zu meinem inneren Kind zurück zu finden, jetzt muss ich nur noch mein Denken ändern.

Habt eine schöne Nacht,

eure S♥

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