TagesGedanken | 12.09.18 | Narzissmus in der Familie

Die letzten Tage waren aufreibend. In jeglicher Hinsicht. Meine Gefühle sind mal wieder Achterbahn gefahren, wurde rumgeschleudert, hatte Angst, zweifel, kurze Panik und musste zeitweise echt um Fassung ringen. Aber irgendwo hab ich mal gelesen, dass es immer etwas ruckelt, wenn die Weichen neu gestellt werden, wenn neue Wege eingeschlagen werden. Ich finde das beschreibt es sehr gut.

Und mit jeder ruckeligen Phase, lerne ich was. Es bringt mir neue Erkenntnisse. Die erschrecken mich oft am Anfang und am Ende geben sie mir so viel.

So geschehen die letzten beiden Male, wenn ich mehr oder weniger Zufällig über ein Thema gestolpert bin. War da schon vor längerer Zeit das Thema „Hochsensibilität“, das mich magisch angezogen und nicht mehr losgelassen hat. Das so vieles in meinem Leben erklärt hat, es mir verständlicher gemacht. Zu verstehen, dass das Gefühl, das schon immer da war, tatsächlich real ist und ich nicht „irgendwie anders/schlechter“ als die anderen bin, hat mir tatsächlich viel geholfen.

Als ich jetzt auch noch auf das Thema Narzismus im speziellen „narzisstische Väter“ gestoßen bin, hat sich eine weitere Tür geöffnet. Mich bestärkt genau das richtige getan zu haben, mich bestärkt endlich wahrzunehmen, dass ich kein schlechter Mensch bin und mich darin bestärkt, endlich den richtigen Problemen auf den Grund zu gehen. Ich habe erkannt, dass ich andere Probleme mit ihm vorgeschoben habe und den wahren Kern gar nicht sehen konnte. Und ich habe erkannt, dass nicht ich das Problem bin, sondern er. Ein Satz in dem eBook von Sven Grüttefien „Umgang mit Narzissten – der narzisstische Vater“ hat in mir etwas ausgelöst, er hat mich berührt. Ich hab das Buch grad nicht vor mir liegen, aber der Satz lautete in etwas so „Hättest du einen anderen Vater gehabt, wer weiß wie dein Leben dann verlaufen wäre“.  Ich hab viel darüber nachgedacht.

was wäre gewesen, wenn…

niemand sich nur auf meine nicht so guten Leistungen in Mathe versteift hätte, sondern erkannt hätte wie ungemein kreativ ich bin.

ich gefördert worden wäre in den Dingen in denen ich gut bin, anstatt mir Hobbys aufzwingen, die ich nicht mochte und in denen ich nur scheitern konnte

mir als Kind niemand gesagt hätte, dass ich dick bin und niemand dicke Leute mag, weil die es eh nie zu etwas bringen

mir statt dessen jemand gesagt hätte, dass ich ein wunderschönes kleines Mädchen bin, dass sicher mal eine tolle Frau wird

wenn ich schon als Kind gelernt hätte, dass es völlig okay ist, so zu sein wie ich bin

wenn ich schon früh gelernt hätte mich und meine Werte zu verteidigen

wenn mich deine kalten Augen nicht so oft so böse angefunkelt hätten

wenn du deine Kinder wirklich geliebt hättest

….

es ist unendlich und ich werde auf diese Fragen keine Antwort bekommen, muss ich auch nicht. Es reicht, dass ich ab sofort dafür sorge, mich nicht mehr fragen zu müssen „was wäre gewesen, wenn…“

Einen wunderschönen Abend an alle da draußen.

Eure S♥

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s