Gedanken am Abend des 12.05.2025
Ich laufe durch die Straßen, es ist kurz nach 22 Uhr. Die Laternen im Schatten großen Bäume werfen ein angenehmes Licht auf die Straße. Aktuell befährt kein einziges Auto die Hauptstraße. Weit entfernt höre ich eine Gruppe Menschen lachen. Hier und da begegnet mir jemand. Die Welt ist angenehm still.
Wäre da nicht in jedem zweiten Hauseingang eine Katze die ebenfalls die angenehmen Temperaturen genießt, das Leben könnte kaum schöner sein. Und bitte versteht mich nicht falsch. Ich liebe Katzen. Ich habe selbst Zwei. Wer Katzen jedoch nicht ganz so arg liebt wie ich, ist mein Hund. Oder anders gesagt: er liebt sie soooo sehr, dass er sie am liebsten bis ans Ende der Welt jagen würde (in seinen Träumen). In Wahrheit würde er wohl eher die Flucht ergreifen, würde ich tatsächlich mal die Leine lösen…
Während wir also so durch unser 3000 Seelen Dorf laufen, der Hund neben mir, die Katzen überall, die Vögel ausnahmsweise mal so gut wie ruhig, da fällt mir auf, wie gut ich es habe. Wie glücklich ich bin, hier zu Leben und das mich so viele verschiedene Ereignisse bis an diesen Punkt geführt haben. Ich, die mit 14 nach Berlin abhauen wollte und immer dachte, dass sie mit ihrer „Andersartigkeit“ eigentlich nur in eine Großstadt passen kann. Die sich dann während ihres Lebens in der Stadt aber nie angekommen oder zuhause gefühlt hat.
Es ging nie um die Stadt oder das Dorf an sich. Es ging um die Menschen die das Umfeld zu einem zuhause machen. Auch im Dorf gibt es die, die sich schon immer anders fühlen, man muss sie nur finden und es sich gemütlich machen. Und wenn man diese Menschen gefunden hat, dann ist das langweilige Dorf-Leben plötzlich lebendiger als jede Stadt. Ich liebe es, ein Dorfkind zu sein.