Zwischenzeilen & Kopfkram am 17. Mai 2025

Wochenende

Früher von mir heiß geliebt, schon am Montag ersehnt und immer zu kurz: DAS WOCHENENDE. Seit einigen Jahren, genauer gesagt seit 7,5 Jahren, hat sich mein Verhältnis zum Wochenende stark verändert. Es gab sogar Jahre, da war das Wochenende die anstrengendste Zeit für mich (ich rede nicht von den Jahren exzessiven Feierns, die konnten zwar auch mal anstrengend sein, sind aber nichts im Vergleich zu den Wochenenden in denen mich meine Tochter fast an den Rande des Nervenzusammenbruchs gebracht hat) und ich habe mich danach gesehnt, Montags wieder zur Arbeit zu dürfen.

Mittlerweile ist mein Verhältnis zum Wochenende glücklicherweise wieder recht ausgeglichen. Ich gehe nach wie vor sehr gerne arbeiten, freue mich aber auch wieder auf die Zeit mit der Familie, da wir sie mit einer 7,5 Jährigen einfach anders genießen können, als mit einer 3-5 Jährigen. Zumindest für uns ist das jetzige Alter deutlich angenehmer, das ist aber natürlich absolute Typsache.

Nun ist also heute wieder Samstag. Mein täglicher Abreißkalender gibt mir heute folgendes mit auf den Weg:

„Was immer Du tust, sei ehrlich zu dir selbst“… Ja, das werde ich versuchen. Nicht ganz so leicht, wenn man Profi im Masking ist aber in den letzten Jahren kriege ich es immer besser hin. Nicht „ja“ zu sagen, wenn ich eigentlich „nein“ meine. Projekte, Aufgaben oder Vorschläge anderer auch mal abzulehnen, sich selbst dafür annehmen, mit allen Ecken und Kanten. Ja zu sich selbst sagen, people pleasing war gestern (meistens jedenfalls).

Heute also Samstag, 17. Mai und ich versuche heute mit Achtsamen „Sei-ehrlich-zu-dir-selbst-Blick“ durch den Tag zu kommen. Begonnen hat er jedenfalls mit drängender Ehrlichkeit oder eher drängender Blase um 07:20 Uhr. Da ich nicht mehr einschlafen kann, wenn mein Auge einmal das Tageslicht in seinem vollen Ausmaß erblickt hat, hatte ich also beschlossen die noch frühen aber angenehm ruhigen Stunden des Samstag morgens für mich alleine zu beginnen. Nachdem ich mir also mein Gesicht gewachsen, und die Zähne geputzt hatte, war ich gerade dabei in mein Samstagmorgen-Gemütliches-Chilloutfit zu steigen, als auch schon die Badezimmertür aufgeht und das Duracell-Häschen vor mir steht. Wie soll es auch anders sein. Wenn ich eins gelernt habe ich den 7.5 Jahren Mutterschaft, dann ist es die Tatsache, dass jedes noch so beschissen kleine Vorhaben, jeder noch so gut durchdachte Plan, unter Garantie für den Arsch ist. Die Frustration, in dem Moment in dem sich meine Vorhaben wieder und wieder in Luft auflösen, die fühle ich schon fast körperlich und ich muss an mich halten, das meine emotionale Dysregulation nicht schon am frühen morgen kickt und mich in eine extrem zornige (und meist auch extrem strubblige) Motzilla verwandelt. Ein Träumchen.

Nun gut, da ich aber ja nun auch schon ein paar Tage Mama bin, diese Situation schon nicht mehr zählen kann, so oft kam sie schon vor, habe ich es zumindest an diesem morgen geschafft mich davon nicht schon direkt wieder stressen zu lassen. Ihr dürft mir glauben, das ist für mich ein Erfolg. Es gibt nämlich tatsächlich kaum eine schlimmere Form mich zu reizen, als mir meine Selbstbestimmung zu nehmen. Und dabei entscheidet mein Hirn nicht zwischen Mann, Kind, Hund oder Katze – von allen war ich schon mehr als nur einmal genervt und das erstmal „nur“, weil sie etwas von mir eingefordert haben, bevor ich zu dem kam, was ich eigentlich tun wollte. Nun kann man natürlich sagen, dass das völlig überzogen ist. Ist es mit Sicherheit auch. Trotzdem ist es meine Realität. Bin ich auf diese Genervtheit stolz? Absolut nicht. Werde ich trotzdem irgendwann wieder davon genervt sein? Absolut ja.

Aber weiter zum Tag.

Nach dem allmorgendlichen Kampf um die Sinnhaftigkeit des Zähneputzens, gefühlt zwanzig Diskussionen, warum es jetzt noch keine Süßigkeiten oder Tablet gibt, haben wir es pünktlich zum Optiker geschafft. Das Duracell-Häschen bekommt mal wieder eine neue Brille. Und ich bin stolz drauf. Nicht wegen der Brille an sich, aber zumindest darauf, dass wir es hinbekommen, zumindest ordentlich für unser Kind zu sorgen. Im Gegensatz zu ihrer Brille ist nämlich meine nun schon an die 13 Jahre alt. Das Gestell drückt, die Stärke passt keinen Meter mehr und auf der Nase hatte ich sie sicher auch schon mehrere Jahre nicht mehr. Leider sind meine Augen im Alter jetzt nicht besser geworden, ich hatte hier tatsächlich auf eine früh einsetzende Alters-Weitsichtigkeit gehofft, um meine Kurzsichtigkeit auszugleichen. Bisher leider vergebens. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Oder ich schaffe es endlich auch mal mich wieder zu einem Sehtest zu bewegen. Immerhin erinnert mich seit 7 Jahren meine To-Do-Liste an genau diese überfällige Aufgabe. Aber was sind schon sieben Jahre, die gehen halt auch einfach viel zu schnell rum.

Neben dem üblichen Haushalt, dem bespaßen von Kind und Tieren, dem hochdruckreinigen der viel zu langen Einfahrt und den Bergen von Wäsche, die sich hier zum verräumen stapelt, freue ich mich nun schon mal auf einen gemütlichen Abend mit einer guten Freundin und leckerem Wein am Rhein.

In diesem Sinne, lasst es euch gut gehen & bis bald,

Fay


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