Gedanken am Abend des 18. Mai
Die alte Woche neigt sich dem Ende entgegen, die Sonne ist nur noch in der Entfernung zu erahnen, bereit auf der anderen Seite aufzugehen und uns hier auf diesem Teil der Erdhalbkugel, in die Dunkelheit der Nacht zu entlassen.
Dieser Sonntag war einer, den man gerne in Erinnerung behält. Nicht weil irgendetwas besonders war, sondern weil einfach nichts besonders war und gerade das, das Besondere war. Ich denke ihr wisst, was ich meine ;-).
Geschlafen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem man von selbst aufwacht und nicht das Kind entscheidet, dass der Tag jetzt gefälligst zu beginnen hat. Nein, der Wecker zeigte 8:50 Uhr als ich ganz überrascht aus dem Bett geklettert bin. Wasser ins Gesicht, Zähne putzen, das gemütliche Sonntagsoutfit übergestreift und ab nach unten, wo auch schon das Duracell-Häschen vor dem Fernseher saß. Kaffee-Maschine anschalten, Katze von draußen über das Küchenfenster ins Haus lassen. Tag beginnen.
An der Haustür hing die all sonntägliche Brötchenlieferung, die Sonne schien, Duracell-Häschen war (noch) gut drauf, alles paletti. Als dann noch 20 Minuten später der Duracell-Häschenpapa inklusive Hundekind dazukommen, was das Chaos wieder komplett, der Sonntagswahnsinn konnte starten. Doch das ganz große Drama blieb aus, die Laune meist ganz gediegen, sofern man das bei unserer Familie überhaupt jemals sagen kann. Gemessen an anderen Menschen ist hier wohl nie irgendwas gediegen, außer Menschen und Tiere schlafen und selbst dann gibt es keine Garantie für „gediegen“ bei uns. Aber in unseren Sphären war der Sonntag heute recht gediegen, was uns sogar zu einer Radtour in das benachbarte Bundesland verschlug.
Jetzt muss ich natürlich erwähnen, dass wir direkt an der Grenze zu Rheinland-Pfalz wohnen und in ein anderes Bundeland zu radeln in dem Fall knappen fünf Kilometern entspricht. Nichts desto trotz, wir sind geradelt. Auch die Brücke hat das Duracell-Häschen problemlos gemeistert, auch hier, erstaunlich wenig Gemotzte, Bewegung tut uns einfach allen gut.
Am Ziel des (Rad-)Weges wartete nicht nur eine kühle Weinschorle, nein auch die liebsten Freunde und deren Kids waren schon vor Ort, hatten einen Platz gesichert und saßen gut gelaunt in auf den schweren Holzbänken vor Ort. Neben der guten Riesling-Schorle schafften es auch lecker gebratene Champignons in meinen Bauch, yummi. So konnte man die Woche ausklingen lassen. Draußen, entspannt, mit lieben Menschen & guten Gesprächen. Happy me.
Auch die Heimfahrt verlief unerwartet problemlos weshalb wir gut gelaunt das Abendessen vorbereiten konnten. In der Zwischenzeit hatte sich das Duracell-Häschen allerdings in einen Hund verwandelt, sprach nur noch hundisch, krabbelte auf allen vieren und bellte dazu wie eine verrückte. Jaaaaa, irgendwann musste ja noch was kommen heute, aber es ging, ich konnte das Hündchen sogar in die Badewanne verfrachten und mittlerweile schläft es auch.
Zeit für das echte Hundl. Zum Glück war es heute noch lange hell, so dass ich diesen eigentlich sehr entspannten Tag mit einer „Hunde-Runde“ durch den Wald beenden konnte und das Vogelgezwitscher, die frische Luft und jedes Blätterrauschen mich am Ende wieder ein wenig mehr geerdet hat. Ganz bewusst habe ich versucht achtsam durch den Wald zu laufen, nicht zu hetzen, alles wahrzunehmen, im Moment zu sein. Das klappt nicht immer aber ich sehe eine deutliche Steigerung der Tatsache, überhaupt daran zu denken und darum geht es doch. Je öfter ich es schaffe mich ins hier und jetzt zu holen und meinem Gedankenchaos zu entkommen, achtsam zu sein desto mehr festigt sich dieses Tun. Es bilden sich neue Synapsen.
Mit diesen guten Gedanken möchte ich die Woche für mich abschließen und mit dem daraus resultierenden, zufriedenen Gefühl, in die neue Woche starten.
Einen wunderschönen Sonntagabend noch euch allen und morgen einen sonnigen und stressarmen Start in eine wunderbare neue Woche.
Von Herzen, Fay