Wenn ADHS auf die Wechseljahre trifft – und alles plötzlich zu viel wird

Vielleicht bist du Mitte, Ende dreißig – vielleicht schon Anfang vierzig. Du funktionierst, so wie immer. Doch plötzlich fühlt sich alles… anders an. Die To-do-Liste ist dieselbe, aber du kommst nicht mehr hinterher. Deine Reizschwelle sinkt, das Chaos im Kopf steigt, du vergisst Dinge, die früher nie ein Problem waren. Du fragst dich: Was ist los mit mir?

Ich möchte dir heute von einem Zusammenhang erzählen, über den viel zu selten gesprochen wird: ADHS und die Perimenopause.

ADHS bei Frauen – oft unerkannt

Viele Frauen mit ADHS werden erst spät oder gar nicht diagnostiziert. Warum? Weil ADHS bei Frauen anders aussieht. Weniger Zappeln, weniger „auffälliges“ Verhalten – dafür mehr inneres Chaos, emotionale Überforderung, Reizoffenheit, Prokrastination, chronische Erschöpfung.

Oft wurde uns in der Kindheit gesagt: „Du bist halt verträumt.“, „Reiß dich zusammen.“, „Du bist einfach ein bisschen empfindlich.“

Und so haben wir gelernt, uns anzupassen. Zu funktionieren. Zu maskieren.

Bis unser System irgendwann nicht mehr mitspielt.

Du bist nicht allein. Und du bildest dir das nicht ein.

In einer Studie der Cambridge University berichteten 61 % der Frauen mit ADHS, dass die Symptome in der Perimenopause ihren Alltag besonders stark beeinflussten.

Viele bekamen ihre Diagnose erst mit über 40 – rückblickend eine Erleichterung, weil endlich vieles Sinn ergab.

Was dir helfen kann

  • Lass dich ernst nehmen. Wenn du dich wiedererkennst, sprich mit deiner Gynäkologin und einer Fachperson für ADHS. Beides gehört zusammen.
  • Medikamente & Hormone: In manchen Fällen können Stimulanzien oder eine begleitende Hormontherapie unterstützen – natürlich nur in enger Absprache mit Ärzt*innen.
  • Therapie & Coaching: ADHS-spezifische Begleitung kann dir helfen, mit den Herausforderungen besser umzugehen. (Vielleicht denkst du da gerade an mich? 😉)
  • Strukturen, die zu dir passen: Routinen, die nicht streng, sondern liebevoll sind. Erinnerungen, die dich entlasten – nicht kontrollieren.
  • Und vor allem: Wissen. Das Wissen, dass du nicht „falsch“ bist – sondern dass dein Gehirn einfach anders funktioniert.

Von mir zu dir

Ich schreibe das hier nicht als außenstehende Beobachterin. Ich schreibe es als jemand, die diesen Weg kennt – das Funktionieren, das Verzweifeln, das Wiederfinden.

Vielleicht hilft dir dieser Text, dich ein kleines bisschen besser zu verstehen. Und vielleicht magst du mir auch erzählen:

  • Kennst du dieses Gefühl, dass plötzlich nichts mehr so funktioniert wie früher?
  • Warst du auch lange „irgendwie anders“ – ohne den Grund zu kennen?
  • 👉 Schreib mir gerne unten in die Kommentare. Ich freu mich auf den Austausch mit dir.

Gemeinsam ist es so viel leichter, den eigenen Weg zu finden. ♡

Von Herzen,

Fayenne

Quellen:


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