Es gibt diese Tage, an denen der Wunsch zu schreiben ganz laut wird. Schreiben, schreiben, schreiben! Ich will schreiben! Nicht, weil es auf meiner To-do-Liste steht – auch wenn es sich manchmal so anfühlt –, sondern weil ich es liebe. Weil es mich sortiert, beruhigt, klärt. Und trotzdem: Mein Kopf fühlt sich aktuell zu voll an. Zu viele Tabs offen, zu viele Gedanken, zu viele Themen.
Die Lust zu schreiben ist da. Und auch die Themen, über die ich schreiben möchte – zuhauf!
Aber sie sind so wild, durcheinander, vielfältig, dass ich sie nicht geordnet bekomme.
Und genau deshalb fange ich jetzt einfach an. Mit einem sogenannten Mind Dumping. Auf meine Art.
Worüber ich schreiben möchte? Frag besser, worüber nicht.
Ist es die Mutterschaft, die mich fordert, prägt, verändert – und über die ich endlich Worte finden möchte?
Oder soll ich über meine Erfahrungen mit Neurodiversität schreiben?
Jahrelange Recherchen, persönliche Erkenntnisse, Begegnungen – all das möchte ich teilen.
Aber wo anfangen?
Soll ich über mich schreiben? Über mein Kind, das mich mit seiner Andersartigkeit so tief bewegt hat, dass ich mich mit meiner eigenen beschäftigt habe?
Oder über den Alltag in einer neurodiversen Familie?
Manchmal möchte ich auch über meinen Beruf schreiben. Ich leite inzwischen die Ausbildungsabteilung in unserem Unternehmen, sehe mich dabei mehr als Coach denn als klassische Führungskraft. Ich liebe es, junge Menschen zu begleiten, ihre Entwicklung zu beobachten und Impulse zu setzen.
Und ganz ehrlich: Ich glaube, mein ADHS hat mich auch hier geprägt.
Ich ziehe Menschen an, die ebenfalls neurodivergent sind – bewusst oder unbewusst. Die Zahl an Azubis mit ADHS oder Autismus scheint bei uns überdurchschnittlich hoch. Und ich finde das großartig. Denn die richtige Umgebung kann so viel bewirken. Auch das ist ein Thema, das mich bewegt.
Und dann ist da noch so viel mehr.
- Persönlichkeitsentwicklung – aber bitte nicht als Selbstoptimierungszwang, sondern als Einladung zu echtem Wachstum.
- Freundschaft unter Frauen – ein Thema, das mich mein Leben lang begleitet.
- Feminismus sowie Gewalt an Frauen und Kindern – schwer, aber wichtig.
- Das Weltgeschehen – manchmal erdrückend. Oft erschreckend. Immer präsent.
- Die Rolle von Macht. Und warum mir machthungrige Männer immer mehr Angst machen – ganz unabhängig von ihrer Herkunft.
Und dann wäre da auch noch meine aktuelle Weiterbildung zur psychologischen Beraterin. Ich sauge Wissen auf, höre Geschichten, lerne dazu.
Coaching ist mein Herzensthema – ob im Beruf, im Freundeskreis oder im künftigen beruflichen zweiten Standbein.
Menschen faszinieren mich. Ich lerne aus jedem Gespräch.
Wir wachsen gemeinsam – immer.
Fazit: Es mangelt nicht an Themen. Es mangelt an Ordnung.
Was mir fehlt, ist nicht die Inspiration, sondern das Sortieren. Die Priorisierung. Der Fokus.
Also habe ich mir erlaubt, meine Gedanken einfach mal fließen zu lassen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Struktur.
Ein bisschen klarer ist es jetzt in meinem Kopf. Vielleicht lese ich diesen Text beim nächsten Mal erneut, wenn das Gedankenchaos wieder überhandnimmt.
Vielleicht nehme ich die genannten Themen als Grundlage für ein strukturierteres Mind Dumping.
So oder so: Das Schreiben hat mich wieder ein Stück weitergebracht.
Und genau darum geht’s doch, oder?
Danke fürs Mitlesen. Und einen wundervollen Tag euch allen.
Fay
